16. Mai 2009 (Abfahrt)
Helmut Zwirtz

 
   

Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und kalte Sofie und können uns den Frühling im wahrsten Sinne des Wortes verhageln: die Eisheiligen. Doch die frostigen „Gesellen“ treten heute deutlich seltener auf als noch vor hundert Jahren. Dies gab Hoffnung und Trost vor der Abfahrt der ARGer am Sonnabend, dem 16. Mai 2009 ins Neckarland.

Für die meisten Teilnehmer war früh um sechs Uhr eine ungewöhnliche Treffzeit. Nur Gerd Weber fand nichts dabei. Seine Nacht ist gewöhnlich gegen 4.15 Uhr zu Ende, um sich mit seinen „Fünf-Tibeter-Übungen“ vor dem Rudern fit zu halten. Er war auch als erster angekommen.

Die zurückliegende Tüftelei der Zusammenstellung des Reisegepäcks war jetzt unabänderlich. Das Rätsel, ob es am Neckar warm oder kalt, sonnig oder regnerisch sein wird, konnte nicht abschließend gelöst werden. Nur eins war beim Verpacken schon ersichtlich: die meisten hatten zu viel mit und dann auch sicherlich noch das Falsche. Es regnete zum Abschied, da konnte es für die Fahrt nur besser werden, war die allgemeine Hoffnung.

Der Bootsanhänger war am letzten Mittwoch bepackt worden. Er stand zu unserer Freude unberührt und ungeklaut unter der Freybrücke, so dass es ohne viel Federlesens losgehen konnte. Manfred Metz setzte sich an das Steuer des Bootszuges, der in seiner Länge immerhin 25 Schritte maß. An seiner Seite waren Hans Jäh, Jörg Goldbeck und Berndt Wittjen, um den Fahrer unterwegs mit guten Ratschlägen zu beglücken.

Die Nachhut bildete der Geländewagen von Bernd Krüger mit Manfred Scheer, Gerd Weber und Helmut Zwirtz.

Die Fahrt ging über Jena, Weimar, Erfurt, durch Würzburg nach Lauffen ins „Gästehaus Kraft“. Hans Jäh und Gerd Weber haben dort sofort Kuchen besorgt und beim Kaffeetrinken in froher Runde konnte jeder seine Witze loslassen, die er sich mit Mühe gemerkt hatte.

Inzwischen waren wir auch vollzählig. Gerhard Wochele, der vor Ort alles organisiert hatte, empfing uns ja schon bei unserer Ankunft und Axel von Starck kam kurz nach unserem Eintreffen. Als die ersten Biere  Marke „Tannen Zäpfle“ und die ersten Weine „Lauffener Schwarzriesling“ probiert wurden, erschienen auch Frieder und Ludwig Busch, so dass wir zusammen mit der „Berliner Mannschaft“ die Tafelrunde im Garten füllen konnten.

Zum Abendessen machten wir uns zu Fuß zum „Dächle“ nach Lauffen auf. Das Gästehaus Kraft lag am Ortsrand von Lauffen und konnte uns abends nicht mit fester Nahrung versorgen. Der interne Name des Dächle war „Schnitzelhaus“ entsprechend groß wie Bratpfannen waren die Fleischstücke, die nach genügend zersetzender Flüssigkeit verlangten, um sie nicht wie Wackersteine über Nacht im Magen liegen zu lassen.

Satt und zufrieden zurückgekehrt, beendeten wir den ersten Tag mit dem großen Privatfeuerwerk einer Geburtstagsgesellschaft. Dies gab ohne unser Zutun dem ersten Tag unserer Wanderfahrt einen würdigen Abschluss.

 

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