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17. Mai 2009 |
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Unser schwäbischer Bundesbruder Gerhard Wochele hatte mit der Wahl des „Gästehauses Kraft“ einen Glücksgriff für das Quartier der ersten Wochenhälfte unserer diesjährigen großen Wanderruderfahrt getan. Umgeben von Weinbergen bis an den Hof heran war die Ruhe ungestört und die Zimmer erwiesen sich als ebenso gut wie das reichhaltige Frühstück. Bestens ausgeruht und gut gestärkt ist daher die von vielen Seiten herangefahrene Gesamt-Crew wohl vorbereitet auf die Fahrt in den Autos mit den noch auf dem Hänger verstauten Booten zum Ersteinsatz. Es besteht aber heute Morgen noch erheblicher Erklärungsbedarf zum genauen Einsatzort, also den Ausgangspunkt unserer diesjährigen Wanderfahrt und so wird nach einem freundschaftlichen Debattenchaos gegen den Rat des Ortskundigen entschieden, den Neckar von „ganz weit oben“, also vom Bootshaus des Rudervereins Esslingen in Deizisau aus in Angriff zu nehmen. Schon die Anfahrt dahin erweist sich infolge ungenauer Adressen und Karteninterpretationen, komplizierter Brückenauffahrten und Straßenverläufe und schließlich noch wegen einer schwer zu überschauenden Großbaustelle kurz vor dem Ziel als eine mühselige und langwierige Angelegenheit, aber der Einsatzort wird schließlich in einer etwas gereizten Stimmung doch endlich gut erreicht. Die Aufregungen legen sich dank des guten Willens Aller, dank des schönen Wetters und dank der hübschen Einsatzstelle und des praktischen Anlegers wieder rasch, und schnell sind die Boote unter Beobachtung vieler interessierter Sonntagsausflügler abgeladen, aufgeriggert und zu Wasser gebracht. Nach einigen hundert Metern Fahrt schon muss die Schleuse Oberesslingen überwunden werden, die aber heute nicht besetzt ist, so dass wir uns der Bootsschleppe zu bedienen haben. Diese ist zwar funktionsfähig, aber für Ruderboote schlecht geeignet, weil ihr Schienenweg zu dicht von Hecken begleitet ist, in denen die Ausleger unserer Boote hängen bleiben. So gelingt es uns nur mit erheblichen Mühen, auf die andere Seite zu kommen, auf der uns der Übergang der freundlichen Naturstrecke in die Stadt- und Industrielandschaft Stuttgarts erwartet, die nur wenig Reizvolles für uns Flusswanderer zu bieten hat. Die nur vier Kilometer entfernte Schleuse Esslingen zeigt bereits den Anblick eines reinen Industriehafens. Auch hier muss wieder umgeschleppt werden und obendrein verschwindet der Schleppkarren beim Ausheben des ersten Bootes im Unterwasser und kann nur mit Hilfe des wenig angenehmen Tauchgangs eines Beteiligten wieder in den sichtbaren Bereich zurück geholt werden. Immerhin können wir dann in der nahe liegenden Schleuse Untertürkheim problemlos umschleppen, und von da an klappt es für die ganze Fahrt immer mit dem Durchschleusen.- Wir ziehen weiter durch das Industriegebiet und erreichen nach dem Passieren der Schleuse Untertürkheim den am stark strömenden Seitenkanal gelegenen Anleger der Stuttgarter Rudergesellschaft von 1899 zur wohlverdienten „Mittagsrast“ mit dem stärkenden Imbiss.- Inzwischen ist es schon relativ spät am Tag geworden, so dass dann heute unsere Fahrt nur noch vorbei am Daimler-Benz-Gelände und an weiterer Industrie durch die Bad Cannstatter Schleuse zum Stuttgart-Cannstatter Ruderclub von 1910 führt. In den Autos geht es danach direkt zurück zum Quartier in Lauffen und nach einigen Schlucken Erholungsbier wird ziemlich einhellig festgestellt, dass es wenig erbaulich gewesen ist, am heutigen Tag zehn Kilometer Flusslänge mit vier Schleusen in wenig attraktiver Umgebung rudernd bewältigt zu haben. Aber es folgt ja noch das versöhnende Abendessen im Lauffener „Dächle“, und bei den vielen schwäbischen Köstlichkeiten der Küche sieht die Welt schon wieder erheblich schöner aus, und erst spät am Abend geht es voller positiver Erwartungen für den nächsten Tag zur wohlverdienten Ruhe. |
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