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Tagesbericht für
Mittwoch , den 12. Mai 2010, Radewege - Wusterwitz
Was macht man schon in einer
ungemütlich kalten und regnerischen Nacht, in der man vor lauter
Wettersorgen nicht richtig schlafen kann? – man grübelt über das wie und
warum eines mathematischen Problems, das aus einem einfachen aber trickreich
ersonnenen linearen Gleichungssystem besteht, welches keine eindeutige
Lösung hat. So auch der Wirt im „Radeberger Hof“, der uns mit zerfurchter
Stirn und einer scheinbaren Lösung zu Bett geschickt, dafür aber keine
Zustimmung erfahren hatte. Trotz allem schmeckte aber das Frühstück und
alsbald hangelten wir an der nahe gelegenen Anlegestelle erst die Boote ins
Wasser und dann uns selbst über den wackeligen Steg in diese hinein und ab
ging’s mit erstaunlich frischen Kräften hin zur Beetzsee-Regattastrecke, wo
wir dem neugierig erstaunten örtlichen Ruderernachwuchs recht
wirklichkeitsnah demonstrieren konnten, wie auch er sich in etwa fünfzig
Jahren über das Wasser arbeiten werde. So war die Fahrt bis Brandenburg
recht kurzweilig und der erste Tageswechsel am dortigen Kanuheim rasch
erreicht. Hier erwartete uns eine sehr großzügig ausgebaute, attraktive
Gastronomie, für die wir aber wegen der frühen Tageszeit nur ein
entsorgendes Interesse aufbringen konnten und alsbald erleichtert wieder
weiter in Richtung Breitlingsee unterwegs waren. Die Fahrt dorthin war nicht
weiter aufregend, und deshalb konnten wir dabei in aller Ruhe und
Gründlichkeit beobachten und feststellen, dass die Abdichtung der am Vortag
aufgetretenen Leckage an der „Fasolt“ für diese gesamte Fahrt wohl noch
ausreichen könne, aber dann….??
….Dann lenkte im Breitlingsee die klotzige Silhouette des Stahlwerks
Brandenburg unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Umgebung und vom Steuermann
wurde erläutert, dass unsere Weiterfahrt nun am Buhnenwerder vorbei zwischen
der Kanincheninsel (backbords) und Kiehnwerder (steuerbords) hindurch zum
Möserschen See und da am Kälberwerder vorbei zum nahegelegenen Kanuheim
Kirchmöser erfolge. Bei so vielen Inseln und Werdern war es naheliegend,
danach zu fragen, was wohl der Unterschied zwischen beiden wäre. Keiner
wusste es recht zu sagen und darum habe ich es soeben nachgeschlagen:- eine
Insel ist eben eine Insel, und ein Werder ist eine Flussinsel! Und im
Havelland ist damit das diesbezügliche Durcheinander verständlich, denn wer
wollte hier wohl entscheiden ob man sich gerade auf dem Fluss oder aber auf
einem See befände?!-.
Dank der freundlichen Aufnahme durch die Wirtin im properen Kanuheim und der
dortigen Stärkung durch das mittägliche Picknick arbeiteten wir uns dann
bald fröhlich weiter zwischen der Halbinsel Wusterau (backbords) und dem
Buhnenwerder (steuerbords) hindurch in den Plauer See, an dessen Ende uns
ein kurzer Kanal in den Wendsee weiterführen sollte – was er dann
schließlich auch tat, nachdem uns die kurz davor liegende Einfahrt zum
Kraftwerk Kirchmöser auf die falsche Fährte gelockt hatte und somit zu einem
großen Haken in unserem Kurs zwang – zum schadenfreudigen Jubel der
Mannschaft im zweiten Boot, die diese Wendung schon erahnt hatte – ein
großes Ereignis auf dieser ansonsten bisher so ereignisarmen Tagesetappe!
Bald fanden auch wir unter der richtigen Brücke hindurch auf den rechten Weg
zurück und mühten uns im scharfen Wind über den Wendsee in den ruhigeren
Zufluss aus dem Wusterwitzer See durch die von Bibern bewohnte und
gestaltete (wir sahen zwei ihrer Behausungen am Ufer) natürliche Schilf- und
Wasserlandschaft zum großen Wusterwitzer See, den wir – für heute reichlich
müde – noch in einem großen Bogen bis zum äußersten Ende auszufahren hatten,
weil es die Fahrtenleitung wegen einiger ausgefallener Kilometer am Vortag
so vorgesehen hatte (=Segnung der Planwirtschaft!), dafür gab es gleich ein
Vergessen förderndes Bier nach dem Ausheben der Boote in Wusterwitz, und
eine lange, ruhige und erholsame Fahrt im Auto vom Ort der größten
Entfernung unserer diesjährigen Wanderfahrt vom heimatlichen Bootshaus
zurück zum Standquartier und seinen Stärkungen.
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