Morgens um 06:20 Uhr klingelte der Wecker. Man schrieb den 17.05.2007, es war ein Donnerstag und es war Christi Himmelfahrt, unter männlichen Jugendlichen auch Vatertag genannt, in den neuen Bundesländern, also auch in Wettin, Männer- oder vornehm Herrentag. Dies bemerkten wir auch am Frühstückstisch. Auf jedem Teller lag ein Kümmerling. Wie jeden Tag begann das Frühstück um ca. 06:50 Uhr. Wir hatten eine(n) Neuankömmling zu begrüßen, nämlich Bundesschwester Heike und einen Heimkehrer, den BB Jörg. So begannen wir den Tag mit 13 Personen am Tisch und nur das Wetter ließ einem leichte Sorgenfalten auf die Stirn treten, was sich aber als unbegründet erweisen sollte. Erwähnenswert ist noch die Sorge von BB Klaus, der unbedingt sein ihm am Vorabend versprochenes Rührei wollte und diesen Wunsch sogleich lauthals herausschrie, was unserer charmanten Wirtin einen ordentlichen Schreck bereitete. Doch nach wenigen Augenblicken wurde er und die anderen BB`s besänftigt, denn es kam Rührei satt. So konnte es um 07:45 Uhr mit den Autos zum Einstiegspunkt Bernburg gehen. Dort trafen wir um 08:20 Uhr ein, über uns das mächtige Burgschloß Bernburg. Ein herrlicher Anblick. Das Verladen der Boote auf das Wasser, des Gepäckes und der Mannschaft in dieselben, verlief problemlos und so ging es für die Mygg mit BB Bernd K., Heike und Axel sowie der Fasolt mit der Besetzung Ludwig, Jörg, Bernd W., Hans und Steuermann Detlef um 08:45 Uhr in Richtung der Schleuse Bernburg. Das 1. Landkommando, zu der auch meine Wenigkeit zählte, führ los zum Kanuclub Calbe, wo wir es uns gemütlich machten. Von der 1. Etappe gab es 2 Höhepunkte zu berichten. Ein BB hatte den flotten Otto mit an Bord und von der Schleusenwärterin in Bernburg gab es Saures, weil man nicht vorschriftsmäßig am Sportbootsteg auf die grüne Ampel gewartet hatte.

Die Schleusenwärter/Innen waren an der Saale eine besondere Spezies, was zum Teil am Selbstbewusstsein der weiblichen Wärterinnen lag als auch an der Einteilung der Schleusenzeiten. Beides verlangte Ruhe, Geduld, Nachsicht und Improvisationsfähigkeit von der Bootsbesatzung. Gegen 11:05 Uhr kamen die Boote in Calbe an, wo flugs getauscht wurde und es sofort nach 10 min. Richtung Schleuse Calbe weiterging. Manni und ich hatten von Land in die Fasolt gewechselt, bei der Mygg kam BB Eggi für Heike in das Boot. Dies sollte sich als Vorteil für die Mittagspause erweisen. Vorher schleusten wir eine ½ Stunde, und gegen 12:05 Uhr ging es frei weg die Saale hinunter. Die Schleuse Calbe liegt bei Km 20, unser Rastplatz an der Fähre Groß Rosenburg an Km 9,5. Diese Strecke hatten wir innerhalb von 50 min. gerudert. Einen 12-Km/h-Schnitt erreicht man natürlich nur, wenn der Wind günstig weht und der Fluss eine anständige Strömung mit sich bringt. Beides war der Fall, besonders dass Fehlen von Schleusen bis zur Saalemündung bei Barby machte sich bemerkbar. Um 13:00 Uhr traf auch die Mygg ein, und so gab es ein großes Freudengeschrei, als man zusammen zur Mittagstafel schritt. Dort lagen 2 Berge fertig geschmierter Brote auf dem Tisch. Auf Nachfrage war dafür das gesamte Landkommando verantwortlich, später hörte ich aber, das alle Männer im Auto gepennt hatten und nur BS Heike sich als fleißig erwies. Die Beteiligten werden es wissen, wer faul und wer fleißig war/ist. Um 13:45 Uhr waren alle gestärkt und es ging die letzten 9 Km bis zur Elbe. Dort angekommen sah man eindrucksvoll den Unterschied beider Flüsse, obwohl die Elbe in diesem Abschnitt nicht sehr mächtig ist. Kaum ruderten wir 2 min., da sah man schon BB Bernd K. winken und fuchteln. So endete um 15:00 Uhr ein wunderschöner Rudertag, bei dem das Wetter übrigens vortrefflich mitspielte. Kein Tropfen Regen und ein paar Wolken gegen Sonnenbrand machten es ideal zum Rudern. Nachdem die Boote auf das Gelände des Kanuclubs Barby verbracht wurden, gab es noch ein kaltes, erfrischendes Bier, wahlweise auch Kaffe oder Cola unter dem kleinen Festzelt am Fähranleger. Um ½ 4 Uhr ging es auf die Heimfahrt nach Wettin. In Bernburg wurde allerdings eine Verkehrskontrolle durchgeführt, der auch der vorausfahrende Klaus zum Opfer fiel. Wie sich nachher herausstellte, war die gesamte Rückbank nicht angeschnallt, so etwas entgeht dem geschulten Auge eines Verkehrspolizisten nicht. Gespannt darf man sein, wie die Sache ausgeht, denn obwohl gebettelt, gefleht und geflunkert wurde, kam es zu einem Protokoll wegen einer Ordnungswidrigkeit. Sollte es BS Heike wirklich mit 40 € erwischen? Ich bitte um bereitwillige Auskunft auf der Wikingfahrt im Herbst 2007. Nach der Ankunft um 16:30 Uhr in Wettin wurde sofort geduscht, und es ging kurz danach in die Gastwirtschaft. Dort war natürlich noch guter Andrang, viele männliche Gäste waren auch schon gut abgefüllt, unsereins nahm sich wie immer Kaffee/Kuchen und ein frisch gezapftes. Mit vielen Geschichten und Anekdoten wurde der Abend verbracht, der an diesem Tag durch eine zünftige Erbsensuppe unterbrochen wurde. Gegen 22:00 Uhr klang ein angenehmer Rudertag aus.

P.S. Meinen Kümmerling habe ich vor der Schleuse Calbe getrunken.

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